Der Verlust eines Körperteils ist ein traumatisches Ereignis, das Patienten und Angehörige vor große Herausforderungen stellt. Ärzte, Psychotherapeuten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Orthopädietechniker und Reha-Manager unterstützen und leisten ihr Bestes, um zu helfen. Aber alle Fragen zur neuen Lebenssituation können sie nicht beantworten. Dazu braucht es jemanden, der die Sorgen und Nöte kennt, weil er oder sie eine solche Situation selbst erlebt hat. Einen Peer!
Das BMAB-Peer-Besuchsprogramm
Eine Amputation verändert das Leben – Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen
• Ein Rat Suchender ist nach einem schweren Trauma einer vollkommen neuen Lebenssituation ausgesetzt – er ist überfordert!
• Es gibt erfahrene Betroffene, die ein vergleichbares Trauma bereits verarbeitet und ein vergleichbares Handicap haben
• Peer: Gleichartiger, Betroffener, der Zeit mitbringt und weiß, wie der Patient sich fühlt
• Peer weiß, wie der Patient sich fühlt
• Es gibt viel Gemeinsames
• Antwort auf die Frage: „Wie geht es jetzt weiter?“
• Patient bekommt Kontakte zu anderen Amputierten
• Patient bekommt eine Perspektive für ein aktives, selbstbestimmtes Leben
• Ich bin nicht alleine! Es gibt eine lebenswerte Zukunft nach der Amputation
• Aber: KEINE MEDIZINISCHE UND FACHLICHE BERATUNG
Um eine hohe Qualität der Peerberatungen zu erreichen hat der BMAB basierend auf dem Peer-Konzept der PiK-Kooperation ein umfassendes Schulungskonzept entwickelt. Dieses umfasst neben einem Grundlagenkurs, der für neue Peers der jährlichen Fortbildung der PiK-Kooperation vorgeschaltet wird, regionale Fortbildungsveranstaltungen sowie Stammtische für Peers. Derzeit werden sowohl die regionalen Fortbildungen als auch die Stammtische noch virtuell durchgeführt; zukünftig sind hier auch Präsenzveranstaltungen geplant.
In der Ausbildungsordnung werden die Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Peer festgelegt. Der werdende Peer muss zunächst einen Grundlagenkurs durchlaufen und dann durch Teilnahme an verschiedenen weiteren Kursen und Fortbildungsveranstaltungen Fortbildungspunkte sammeln. Hat der Peer sich durch die Teilnahme an ausreichend Fortbildungen und in einem abschließenden Gespräch mit unserem Psychologen endlich zum BMAB-Peer qualifiziert erhält er seinen Peer-Ausweis und ist berechtigt, für durchgeführte Peer-Besuche eine Aufwandsentschädigung zu beantragen.
Die BMAB-Ausbildungsordnung für Peers kann hier als pdf-Datei geladen werden.
Hier vielleicht ein paar Fragen, die ich mir dazu stellen sollte:
- Habe ich privat die Zeit dazu, mich ehrenamtlich zu betätigen?
- Wieviel Zeit möchte ich mir dafür nehmen?
- Kann ich auch kurzfristig einen Termin in einer Klinik wahrnehmen?
- Wie gut kann ich mit dem Computer umgehen, um an den Fortbildungen und Stammtischen vom BMAB auch online teilzunehmen?
- Bin ich gut über Telefon und Internet erreichbar?
- Kann ich gut auf andere Leute zugehen, denen Mut zusprechen, mich aber gleichzeitig auch zurücknehmen, wenn es darauf ankommt?
- Kann ich mit dem Leid von mir fremden Menschen umgehen?
- Wie gut bin ich mobil unterwegs zu den Beratungen; bis zu welcher Entfernung bin ich bereit zur Beratung zu fahren?
- Habe ich selbst auch privat Kontakt zu Amputierten und kann mich dort vielleicht in einer SHG über meine eigenen Probleme offen unterhalten?
Wenn ich das alles bejahen kann, dann kommen noch ein paar Einschränkungen von Seiten des BMAB dazu!
- Grundsätzlich sollte die Amputation des Peers ca. drei Jahre zurückliegen.
- Der Peer muss diese einschneidende Erfahrung der Amputation bereits verarbeitet und bewältigt haben.
- Der Peer muss sich ein Punktekonto von 14 Punkten erarbeitet haben, dann erhält er einen Peer-Ausweis, eine Peermappe und kann als BMAB- Peer beraten.
- Wenn er möchte, kann er hier auch die Unkostenvergütung in Anspruch in Anspruch nehmen.
- Dieses Punktekonto muss in jedem Jahr mit 10 Punkten wieder erneuert werden um die Qualifikation nicht zu verlieren und weiterhin im nächsten Jahr beraten zu können.
Die Peerlandkarte ist eine Deutschland-Karte, in welcher Peers eingetragen werden, die eine qualifizierende
Fortbildung besucht haben und berechtigt sind, einen BMAB-Peerausweis zu haben sowie Kliniken, die ein
Peersystem etabliert haben. Kliniken, die eine Vereinbarung mit dem BMAB über den Ablauf der Peerbesuche geschlossen haben, sind farblich markiert.
In der AmpuKarte kann bundesweit nach Selbsthilfegruppen, Reha-Kliniken und Prothesensprechstunden für Arm- und Beinamputierte, Gehschulen für Menschen mit Beinamputation und Sanitätshäusern gesucht werden. Zusätzlich sind auch auf Sozialrecht spezialisierte Rechtsanwälte, die für BMAB-Mitglieder eine kostenlose Erstberatung anbieten, in der AmpuKarte gelistet.
Nach dem Auslaufen der Projektförderung durch den AOK Bundesverband wird unser Peer-Besuchsprogramm im wesentlichen über Spenden finanziert. Sie können uns helfen und Ihre Spende hier sofort über den nachfolgenden Button oder über den abgebildeten QR-Code abschicken.
Um sich als Peer zu bewerben muss zunächst der Fragebogen Peer-Bewerber eingereicht werden.
Ist ein Peer qualifiziert benötigen wir einige Daten, um den Eintrag in der Peer-Landkarte vornehmen zu können. Hierzu ist der Peer Steckbrief auszufüllen.
Die Ausbildung zum qualifizierten Peer ist in der Peer-Ausbildungsordnung geregelt.
Qualifizierte Peers erhalten vom BMAB auf Antrag eine Aufwandsentschädigung. Dies ist in der Peer-Entschädigungsordnung geregelt.
Damit Aufwandsentschädigungen abgerechnet werden können muss der Peer einmal jährlich die Peer-Datenschutz- und Verpflichtungserklärung unterschrieben einreichen.
Neben dem Antrag auf Aufwandsentschädigung für Klinikbesuch oder dem Antrag auf Aufwandsentschädigung für Hausbesuch muss zur Beantragung der Aufwandsentschädigung zwingend auch die vom Patienten unterschriebene Patienteninfo und Einverständniserklärung und die Besuchsbestätigung durch Klinik oder die Besuchsbestätigung bei Hausbesuch eingereicht werden.
Bei BG-Patienten muss noch die Anlage BG-Antrag beigefügt werden.
Alle abrechnungsrelevanten Unterlagen sind immer an abrechnung ät peerna.de einzureichen.


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