Der Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputationen e.V. (BMAB) plant erstmals die Einführung eines bundesweiten „Tags der Amputierten“. Der Aktionstag soll am Dienstag, 21. April 2026, stattfinden und künftig jährlich im April begangen werden. Vorbild ist der in den USA etablierte „Limb Loss Awareness Month“.
Ziel des Aktionstages ist es, Menschen mit Amputationen und ihre besonderen Bedürfnisse stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Neben der Sensibilisierung der Bevölkerung sollen Empathie, Verständnis und gesellschaftliche Aufmerksamkeit für die Lebensrealität von Betroffenen gefördert werden.
Während andere Betroffenengruppen – etwa Menschen mit Krebs, Multipler Sklerose oder Querschnittlähmung – durch intensive Öffentlichkeitsarbeit sichtbar sind, bleiben Menschen mit Amputationen im Alltag häufig unerkannt. Moderne kosmetische und technische Versorgungen tragen zwar wesentlich zur Lebensqualität bei, führen jedoch zugleich dazu, dass Amputationen oft erst auf den zweiten Blick wahrgenommen werden.
Angesichts von jährlich geschätzt 40.000 bis 50.000 Neuamputationen in Deutschland sieht der BMAB einen besonderen Handlungsbedarf, diesen Personenkreis zumindest an einem Tag im Jahr bewusst in den Mittelpunkt zu stellen. Der „Tag der Amputierten“ soll Raum für Information, Austausch und Begegnung schaffen sowie bestehende Unterstützungsangebote sichtbar machen.
Der Aktionstag lebt vom Engagement vor Ort. Vorgesehen sind unter anderem Informationsveranstaltungen, Kooperationen mit Sanitätshäusern und Orthopädietechnik-Betrieben, Aktionen im öffentlichen Raum sowie Beiträge in lokalen und regionalen Medien. Auch Selbsthilfegruppen, Fachstellen, Einrichtungen des Gesundheitswesens und weitere gesellschaftliche Akteure sind eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.
Langfristiges Ziel ist es, den „Tag der Amputierten“ als festen Termin im Kalender zu etablieren und nachhaltig im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.





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